Natives Olivenöl Extra ist aufgrund seiner ernährungsphysiologischen Eigenschaften und des guten Geschmacks, den es unseren Gerichten verleiht, ein besonders wertvolles Lebensmittel: Aber kennen wir es wirklich? Einige Falschinformationen sollte man lieber ausräumen…

  1. Die Qualität hängt von der Farbe ab.
    Die Farbe des Olivenöls wird durch mehrere Faktoren bestimmt: die Olivensorte, die Beschaffenheit des Bodens und der Erntezeitpunkt. Die Farbnuancen des Öls variieren von hellgelb bis tiefgrün. Zwei natürliche Pigmentklassen sind für die Farbe des Öls verantwortlich: Chlorophylle (die dem Öl seine grüne Farbe verleihen) und Karotine (die dem Öl seine gelb-orange Färbung verleihen).
  2. Es nicht leicht verdaulich.
    Das Vorhandensein von Ölsäure stimuliert die Kontraktion der Gallenblase und die Freisetzung von Gallensäure, die die Verdauung fördert. Somit ist natives Olivenöl an sich sehr gut verdaulich.
  3. Man sollte es in durchsichtigen Glasbehältern oder Ölflaschen aufbewahren.
    Um natives Olivenöl extra bestmöglich zu konservieren, muss es in Edelstahlbehältern oder in dunklen Glasflaschen gelagert werden, um es vor Licht zu schützen, das seine Qualität beeinträchtigt.
  4. Wenn es scharf schmeckt, ist es fehlerhaft.
    Ganz im Gegenteil: Die Schärfe ist ein Qualitätsmerkmal, das man bei der Verwendung von rohem Öl erkennen kann. Sie ist auf den hohen Polyphenolgehalt des nativen Olivenöls zurückzuführen. Diese Polyphenole haben antioxidative Wirkung und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Laufe der Zeit nimmt die Schärfe ab, doch das Öl bewahrt seine hervorragenden organoleptischen Eigenschaften.
  5. Bitterkeit ist ein Mangel.
    Die Bitterkeit eines nativen Olivenöls wird durch die im Öl enthaltenen phenolischen Verbindungen bestimmt, die einen hohen Nährwert haben und eine lange Haltbarkeit des Öls ermöglichen. Phenolverbindungen sind genau genommen Antioxidantien, die das Öl vor dem Oxidationsprozess schützen. Die Bitterkeit hängt außerdem von der Olivensorte, aus der das Öl gepresst wird, ab und vom Reifegrad der Oliven.
  6. Die Aufbewahrungsbedingungen sind eher nicht so wichtig.
    Natives Olivenöl extra sollte an einem kühlen, trockenen Ort gelagert werden, fern von Wärmequellen und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und warmen Licht. Auf diese Weise bleiben alle organoleptischen Eigenschaften des Produkts erhalten.
  7. Die Qualität nimmt zu, wenn man es ein paar Monate altern lässt.
    Natives Olivenöl extra sollte innerhalb von 18 Monaten nach der Abfüllung konsumiert werden, um alle seine Qualitäten und Aromen zu genießen. Je älter das Öl ist, desto geringer ist sein Gehalt an Polyphenolen und Antioxidantien.
  8. Naturtrübes Öl ist hochwertiger.
    Ein ungefiltertes Öl ist zweifellos naturbelassen, aber das Vorhandensein von Partikeln verkürzt die Haltbarkeit des Öls und beeinträchtigt seine Qualität. Die Fermentierung der Partikel führt in der Tat zu Ölhefe bzw. Ölschlamm.
  9. Es ist nicht zum Frittieren geeignet, weil es schwerer ist als andere Öle.
    Die in nativem Olivenöl extra enthaltenen Fettsäuren sind stabiler als die von Samenölen und der Rauchpunkt des Öls liegt bei 210 Grad Celsius. Da die ideale Temperatur zum Braten und Frittieren etwa 170-180 Grad beträgt, ist natives Olivenöl extra für diesen Zweck bestens  geeignet.
  10. Ein älteres Öl schmeckt besser, weil es milder ist.
    Die Alterung des Öls bewirkt eine chemische Veränderung und macht seine ernährungsphysiologischen Eigenschaften zunichte. Wenn Sie also ein weniger kräftiges Öl bevorzugen, sollten Sie eines wählen, das aufgrund der verwendeten Olivensorten milder ist.