Wir kennen den Olivenbaum vor allem wegen der erlesenen Früchte, den köstlichen Oliven und wegen der Olivenölproduktion. Wir erkennen auch seinen symbolischen Wert an. Doch was kann man über sein besonderes Holz sagen, das gerne im Kunsthandwerk eingesetzt wird?

Merkmale des Olivenholzes

Olivenholz ist hellbraun mit ebenholzfarbenen und schwarzen Streifen und weist eine unregelmäßige Faserung auf. Es handelt sich um ein sehr robustes und beständiges Holz mit großer Härte. Das macht dieses Holz perfekt für die Kunsttischlerei, im Speziellen für Bearbeitungen wie Einlegearbeit und Schnitzerei.

Wo sich das Kunsthandwerk mit Olivenholz entwickelt

Das für das Kunsthandwerk bestimmte Olivenholz wird vor allem aus dem Beschnitt gewonnen (für die kleinen Gegenstände) oder aus alten Bäumen, die am Ende ihres natürlichen Lebenszyklus der Fruchtbildung angelangt sind und die normalerweise durch jüngere produktive Bäume ersetzt werden.

Obwohl die Olivenbaumzucht in ganz Italien verbreitet ist, gibt es Regionen, in der eine höhere Konzentration vorliegt. Wir sprechen hier von Ligurien, der Toskana, Umbrien und Apulien: Hier ist die Kunsthandwerkstradition mit Olivenholz stark verbreitet.

Im Speziellen in Umbrien begann die Bearbeitung von Olivenholz am Lande zur Herstellung von Werkzeugen und wurde dann mit Einlegearbeiten fortgesetzt, die sich in den Holzdekorationen der Kirchen und der Palazzi in der Renaissance- und Barockzeit zeigen.

Es gab jedoch seit jeher eine Ambivalenz der Verarbeitung des Holzes, das in der Folge zu einer Differenzierung der Spezialisierungen im Kunsthandwerk folgte: Einige Meister konzentrierten sich auf die künstlerische Produktion, andere auf die Einrichtung.

Die verschiedenen Arten des Kunsthandwerks mit Olivenholz

Die Bearbeitung von Olivenholz gliedert sich in drei Hauptkategorien:

  • Kunsthandwerk
  • Mobiliar
  • Kleine Werkzeuge und Zubehörteile

Die Bearbeitung dieses Holzes schloss sich seit jeher mit dem Kunsthandwerk zusammen. In der Toskana begannen die ersten Kunsthandwerksstätten ab dem Mittelalter mit einer langen Schnitz- und Tischlereitradition: Die Tischler realisierten sowohl im Alltagsleben nützliche Gegenstände als auch ausgefeilte und ästhetisch schöne Gegenstände an. Diese Entwicklung findet man auch bei den heutigen Künstlern, die noch Bilder aus Einlegearbeiten, auch in beachtlicher Größe, realisieren.

Im Speziellen verstärkte sich im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert die Produktion von Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus Olivenholz, auch von Details wie Truhen Kommoden und Schränkchen. Die Bearbeitungstechnik wurde also immer ausgeklügelter.
In den letzten Jahren hat das Auftreten des Großhandels und der Ketten der günstigen Möbel- und Einrichtungsgeschäfte die kunsthandwerkliche Bearbeitung des Holzes eingeschränkt. Es gibt jedoch noch Leute, die sich an die Kunsthandwerkstätten richten. Natürlich sind die Materialien in diesem Fall von höherer Qualität und die Bearbeitung professionell im Vergleich zu den großen Ketten.

In den Bereich des Holz-Kunsthandwerks fällt auch die Restaurierung, die vor allem bei der Reparatur von Möbeln und Antiquitäten zur Anwendung kommt. Sehr geschätzt ist auch Parkettboden aus Olivenholz.

Heute werden weiterhin vielfach kleine Gegenstände, Zubehör und Schmuck hergestellt: Schlüsselanhänger, Federhalter, Ketten, Ringe… sehr beliebt sind auch Küchenwerkzeuge, beginnend bei den traditionellen wie Schneidbretter, Schüsseln, Salatbestecke, Untersetzer, Honiglöffel, Eierbecher bis hin zu den erlesenen Gegenständen wie Sushistäbchen, Schöpfkellen und Fleischzangen.

Città di Castello und Gubbio rühmen sich der Restaurationswerkstätten und der Antiquitätengeschäfte, Todi zählt seine Schnitzer, Bildhauer, Restauratoren, Kunsthandwerker, Möbelhersteller und Antiquitätengeschäfte, während Assisi und Perugia auch für die Restauratoren und Antiquitätenhändler